MK:n ja Mao:n G∀NG$T∀-sitsit

Donnerstag, 28.01.2016, 11:30 Uhr. Juliette, meine französische Kommilitonin und Mitleidende im tourism and development-Kurs erzählt mir von etwas namens sitsit und fragt, ob ich auch komme. Sie verkauft es mir als etwas traditionell Finnisches, was man auf gar keinen Fall verpassen sollte. Ich höre zum ersten Mal davon und verspreche, mich zu informieren und ggf. anzumelden.

Für die Anmeldung muss man seine student-organisation angeben, ich bin in aber in keiner. Ich wende mich an die Organisatoren und frage, ob ich trotzdem kommen kann. Ich erhalte zwei Antworten von verschiedenen Personen, eine positive und eine negative. Die positive stellt sich als richtig heraus. Als ich nachsehe, wann und wo die Party steigt, fällt mir auf, dass ich bis direkt vorher einen Kurs habe und mich dann noch zum anderen Ende der Stadt aufmachen müsste. Ich versuche mich abzumelden, aber es ist zu spät. Even if you don’t come, you have to pay. Na gut, dann muss ich eben kreativ werden.

Dienstag, 02.02.2016, 18:00 Uhr. Natürlich hat Michail wieder überzogen. Um kurz nach 6 renne ich zum Bus. Die anderen aus dem Kurs, die auch zu der Party wollen, sind einfach während der Gruppenarbeit abgehauen. Kam mir ein wenig unfair den anderen gegenüber vor. Die Busfahrt dauert ewig, ich muss nach Espoo, einem Außenbezirk von Helsinki. Den letzten Kilometer muss ich laufen, es ist furchtbar glatt, ich bewege mich langsam. Gegen 19:00 Uhr, eine gute Stunde zu spät, erreiche ich die angegebene Adresse und betrete den Partykeller.

Der Temperaturunterschied ist enorm. Die Luft ist verbraucht und alkoholgeschwängert. Es wird gesungen. Ich gehe seitlich in Richtung der Theke, um mich anzumelden und die Teilnahmegebühr von 15€ zu bezahlen. Dort erhalte ich einen welcome-drink (Gin Tonic, lauwarm) und werde zum einzigen leeren Stuhl im Raum geführt. Dort serviert man mir einen Hot Dog, einen Shot Vodka und einen Plastikbecher voll Wasser. An meinem Tisch sitzen Juliette, eine weitere Französin namens Céline und ein Finne, dessen Namen ich nicht verstehe. Alle sind verkleidet, ich hatte weder ein Kostüm, noch Zeit eines zu besorgen, bin also in Zivil. Um mich herum sitzen verschiedene Ausprägungen von Gangstern, der Typ Ghetto-HipHoper überwiegt, aber auch ein Sträfling in gestreifter Uniform ist anwesend. Diese Art von Event scheint einem einfachen Schema zu folgen: In unregelmäßigen Abständen steht jemand auf und hält eine Rede (leider auf Finnisch, ich verstehe mal wieder gar nichts) und nennt zum Schluss eine Nummer, die einem Lied in dem kleinen Heft entspricht, dass auf jedem Tisch liegt. Dann wird gesungen, meist auf Finnisch, hier aber immerhin mit Text für mich. Viele Lieder haben individuell anpassbare Strophen, sodass nicht alles im Heft steht. Oft wird am Ende einer Strophe getrunken, in jedem Fall aber am Ende eines Liedes (zwischendurch eher Bier, am Ende der Vodka). Großartiger Kontakt mit den Finnen findet nicht statt, auch auf der Party besteht die ERASMUS-Blase. Abgesehen von einigen kurzen Gesprächen mit verschiedenen Finnen verbringe ich den Großteil der Party mit den Französinnen. Zwischendurch werden wir aufgefordert uns zu erheben und an einer Polonaise teilzunehmen, während die zwei Finnen, die das dazu passende Lied angestimmt haben, auf einem Tisch stehen und uns antreiben. Das Programm wird kurz vorm Ende noch durch ein Rap-Battle auf Finnisch abgerundet (Video). Gegen 23 Uhr verlasse ich gut angetrunken die Party (den Finnen, die DEUTLICH mehr getrunken haben, merkt man nichts an), ein langer Heimweg erwartet mich. Im Bus funktioniert meine Travel-Card nicht, ich erfahre, dass ich meine Zone verlassen habe und 5,50€ für die Fahrt zahlen muss. Das letzte Stück muss ich laufen, leider kenne ich den Weg nicht und mein Handy hat sich bereits im Bus mangels Akkuladung verabschiedet. Ich laufe nach Gefühl und erreiche die Vuolukiventie gegen halb eins.

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