Krankheit und graue Suppe

Was sich am Montag noch als leichte Erkältung angedeutet hat, entwickelt sich Dienstag und Mittwoch prächtig, ich falle 2 Tage aus und bleibe im Bett. Währenddessen wandelt sich Finnland vor meinem Fenster, die Temperaturen steigen und pendeln sich bei knapp über 0 Grad ein, was zur Folge hat, dass der Schnee zu schmelzen beginnt und sich das weiße Wunderland in eine graue Matschlandschaft verwandelt. Hinzu kommt, dass sich der Schneefall in Regen und Nebel verwandelt, selbst wenn ich nicht im Bett bleiben müsste, wäre mein Wunsch, das Zimmer zu verlassen nicht besonders groß. Durch das Schmelzen des Schnees wird es auch allgemein dunkler, ich kann langsam nachvollziehen, warum der Finne zu dieser Jahreszeit zu Depressionen, Alkoholismus und Suizid neigt. Am Donnerstag verlasse ich meine Höhle erstmal wieder, um nicht noch mehr in der Uni zu verpassen. Obwohl es gut 20 Grad wärmer ist, als in der vergangenen Woche, kommt es mir deutlich kälter vor, es ist nass und eklig und man kann sich deutlich schlechter vor dieser kriechenden Kälte schützen als vor den trockeneren Minusgraden. Hinzu kommt, dass man jetzt ununterbrochen aufpassen muss, um nicht mordsmäßig auf dem Arsch zu landen, die Bürgersteige sind mit einer Mischung aus gefrorenem Schnee, matschigem Schnee und einer dünnen Gleitschicht aus Wasser bedeckt. Viele der Passanten tragen Gummistiefel, in Anbetracht der Tatsache, dass auch meine Outdoor-Schuhe mit ordentlichem Profil keinerlei Grip mehr haben, wahrscheinlich nicht die schlechteste Wahl. Ich stelle fest, dass ich mich nicht auf Regenwetter eingestellt habe, die Aussicht auf -27°C haben mich diesen Aspekt des finnischen Wetters komplett vergessen lassen. Ich beschließe, in naher Zukunft in einen Regenschirm zu investieren.

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Ein Kommentar zu “Krankheit und graue Suppe”

  1. Lieber Juli, endlich mal wieder Nachrichten aus Finnland! Du hast ja inzwischen schon ziemlich viele Leute kennengelernt und viel mit ihnen unternommen – das ist doch das, was ein richtiges Studentenleben ausmacht. Das 1/2 Jahr wird wahrscheinlich wie im Nu vergehen, aber die vielen Eindrücke und netten Menschen, die bleiben dir. Agnes macht sich auch nächste Woche auf den Weg, die große Reise zwischen Masterarbeit und Referendariat, allerdings in wärmere Länder. Du weißt das bestimmt, was sie so vorhat? Ich freu mich schon auf deinen nächsten Bericht! Liebe Grüße von Loni

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