From start to Finnish

Montag, 25.01.2016. Das Schwitzen beim Cross-Country-Skiing zusammen mit der Kälte und der Allgegenwärtigkeit von hustenden und schniefenden Mensch haben es geschafft: Ich bin erkältet. Tatsächlich liegen ca. 50% der Gruppe flach. Ich verbringe den Tag schniefend in der Bibliothek an der Heizung und verschleiße zahllose Packungen Taschentücher. Montags habe ich nur abends meinen Finnisch-Kurs, der heute beginnt. Aber anders als in Deutschland ziehe ich hier die Bibliothek meinem eigenen Zimmer als Arbeitsplatz vor. Gegen 18:00 Uhr schleppe ich mich ins Nachbargebäude, als ich ankomme hat der Kurs bereits begonnen, scheinbar der einzige Kurs hier der um Punkt beginnt. Ich bin nicht der einzige, bis Viertel nach füllt sich der Raum nach und nach. Der Kurs wird geleitet von Ralitsa Petrunova und ist ein Angebot für Austauschstudenten, demnach englisch-finnisch. Ich weiß nicht, ob Ralitsa Finnin ist, dem Namen nach jedenfalls eher nicht. Ihrem Englisch nach könnte sie irgendwo aus Osteuropa stammen, andererseits rollen die Finnen das R auch. Der Kurs ist überwiegend mäßig interessant, es wird nicht direkt ins Lernen der Sprache eingestiegen, sondern wir erhalten erstmal eine allgemeine landeskundliche Einführung. Witzig ist eigentlich nur, wenn sie uns Eigennamen von Personen, Dingen und Sachverhalten präsentiert und wir diese zusammen mit ihr aussprechen üben:

Finnland: Suomi

Finnlands Präsident: Sauli Niinistö

Finnlands größter See: Saimaa

die dunkelste Zeit des Winters: kaamos

mehrere Schichten Kleidung übereinander tragen: kerrospukeutuminen

Eiszapfen: jääpuikko

Ein bisschen steigen wir dann aber doch noch ins Lernen der Sprache ein. Die Basics:

Es gibt die gleichen Umlaute wie in Deutschland, nur, dass hier das Y das Ü ist. Anders als im Deutschen werden die Umlaute aber durchaus hintereinander geklatscht, es entstehen Worte wie yötä [ü-ö-tä], zu Deutsch: Nacht.

Es wird IMMER die erste Silbe eines Worts betont, was unter anderem dazu führt, dass Finnisch so eine merkwürdige Sprachmelodie hat.

Doppelte Vokale oder Umlaute werden einfach langgezogen, ähnlich einem Vokal/Umlaut + h im Deutschen.

Wörter die sich ähnlich schreiben und ähnlich klingen haben meistens nichts miteinander zu tun. Ein Beispiel: Tili, Tiili und Tilli sind übersetzt das Bankkonto, der Ziegelstein und Dill. Ein Wort falsch auszusprechen kann den Unterschied machen zwischen einer netten Verabredung und dem Gefängnis: tapa = treffen, tappa = töten.

Das R und das L werden gerollt, ein H hinter einem Vokal oder Umlaut wird gesprochen wie das CH im Deutschen (nicht das aus Ich sondern das auch Krach, mir fehlt hier die Fachterminologie). Wichtig: Kaffee = Kahvi [Kachwi].

Finnen sind die Meister des Kompositums. Ich hatte mich im Supermarkt schon gefragt, warum jedes Produkt, dass man kauft, einen derart langen Produktnamen hat. Die Antwort: der Name gibt quasi schon detailliert Auskunft darüber, worum es sich handelt. Ein Beispiel aus dem Finnischkurs: sähköpostiosoite ist die E-Mail-Adresse und setzt sich zusammen aus sähkö (Elektrizität), posti (Post) und osoite (Adresse).

Es gibt keine Artikel oder Wortgeschlechter, dafür aber 15 Fälle.

Und last but not least: Es gibt eine formale und eine gesprochene Sprache, die scheinbar wenig Ähnlichkeit miteinander haben.

Nachdem wir diesen sehr schnellen Abriss der finnischen Grammatik bekommen haben, lernen wir noch ein wenig Alltagsfinnisch:

jmd. grüßen: Hei, moi oder (etwas altbacken) terve

sich verabschieden: hei-hei, moi-moi (nicht terve-terve)

ich bin: minä ole

freut mich, dich kennenzulernen: hauska tavata

wie geht es dir?: kuka sinä olet?

danke: kiitos

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Ein Kommentar zu “From start to Finnish”

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